____ _ _ _ _
| _ \ ___ | |_ (_) _ __ ___ __| | (_) __ _
| |_) | / _ \ | __| | | | '_ \ / _ \ / _| | | | / _ |
| _ < | __/ | |_ | | | |_) | | __/ | (_| | | | | (_| |
|_| \_\ \___| \__| |_| | .__/ \___| \__,_| |_| \__,_|
|_|
- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b
ÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻ
Liberalismus
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
top
Der Liberalismus (lateinisch liber, libera, liberum âfreiâ; liberalis âdie Freiheit betreffend, freiheitlichâ) ist eine Grundposition der politischen Philosophie und eine historische und aktuelle Bewegung, die eine freiheitliche politische, Ăśkonomische und soziale Ordnung anstrebt. Aus liberalen BĂźrgerbewegungen gingen in vielen Ländern erstmals Nationalstaaten und Demokratien hervor.cite-ref-1[1] Die Amerikanische Revolution, die FranzĂśsische Revolution und die deutsche Revolution 1848/49 sind zum Teil konkrete Folgen liberaler Ăberlegungen auf politischer Ebene.
Der Liberalismus befĂźrwortet eine Gesellschaft, die auf der Freiheit des Einzelnen, der Wahrung des Rechts, Pluralismus und freiem Gedankenaustausch basiert. Die freie ĂuĂerung aller Ideen und Interessen ermĂśglicht es einer Gesellschaft, dass sich die besten Ideen durchsetzen. Im wirtschaftlichen Bereich befĂźrwortet der Liberalismus Eigeninitiative, den freien Wettbewerb und die damit verbundene Marktwirtschaft. Im politischen Bereich wird ein Staat gefordert, der Gesetze durch freie Debatten verabschiedet und durch gegenseitige Gewaltenteilung geregelt ist. Das bedeutet im Idealfall einen demokratischen Rechtsstaat, in dem Minderheiten bis hin zur kleinsten Einheit, dem Individuum, respektiert werden. Der Staat ist der Garant fĂźr die Rechtsordnung und muss fĂźr sein Handeln Rechenschaft ablegen. Er akzeptiert gesellschaftlichen Pluralismus und sozialen Wandel.
Liberale Philosophen berufen sich auf das Erbe des antiken und des mittelalterlichen Denkens. Der klassische Liberalismus entwickelte sich im 17. und 18. Jahrhundert um bestimmte Denker, darunter John Locke, Montesquieu und Immanuel Kant. Heute zählt er neben dem Konservatismus und dem Sozialismus zu den drei groĂen politischen Weltanschauungen.
Contents
⢠Definition
⢠Grundlagen
⢠Naturrecht
⢠Freiheit
⢠Utilitarismus
⢠Politik
⢠Ethik
⢠Geschichte
⢠Formen
⢠Kritik
⢠Marxismus
⢠Nihilismus
⢠Kommunitarismus
⢠Siehe auch
⢠Literatur
⢠Weitere Werke
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Definition
Der Liberalismus ist eine Denkrichtung der politischen Philosophie, die sich fßr die Verteidigung individueller menschlicher Rechte, wie der Gleichheit vor dem Gesetz, Freiheit, Sicherheit und Eigentum einsetzt und auf der individuellen und freiwilligen Kooperation von Menschen basiert.cite-ref-2[2] Immanuel Kant fßgt dieser Definition einen wichtigen Aspekt hinzu, nämlich dass der hÜchste ethische und rechtliche Wert in einem Rechtsstaat die Menschenwßrde ist.cite-ref-3[3] Der Mensch ist autonom und daher frei darin, zu handeln und seine eigenen Ziele zu wählen.cite-ref-4[4]
Das europäische liberale Denken basiert wesentlich auf den Prinzipien der moralischen Verantwortung und des freien Willens und steht im Gegensatz zu materialistischen Lehren wie dem Marxismus, Utilitarismus, Hedonismus, Reduktionismus, Szientismus, Biologismus und Posthumanismus.cite-ref-5[5]cite-ref-6[6] Die im Anschluss an Immanuel Kant entwickelte spiritualistische und idealistische Auffassung des Liberalismus ist vor allem in Kontinentaleuropa einflussreich.cite-ref-7[7]
Vom europäischen Liberalismus ist der angelsächsische Liberalismus zu unterscheiden.cite-ref-8[8] Dessen Ahnherren sind Thomas Hobbes und John Locke sowie Jeremy Bentham und John Stuart Mill.cite-ref-0-9-0[9] Mit dem angelsächsischen Liberalismus sind der Pragmatismus, der Utilitarismus und empirische Rationalismus kaum trennbar verbunden. Strenge Moralität und karitative Solidarität gelten dem Liberalen dagegen als Privatsache; sie sind in den USA vielfach mit den Religionen und den Ăśrtlichen Kirchen verbunden. Insofern ergänzt der private Kommunitarismus den Ăśffentlichen Liberalismus. Liberalismus bedeutet vor allem in den USA: âPragmatische Freiheit von und zu: Herrschaft und Dogmen, Religion und Moral, Gesellschaft und Gesetzenâ.cite-ref-10[10] Der Freie heiligt den Vertrag, auch als Gesellschaftsvertrag, unter Gleichen (Peers). Checks and Balances, also der Machtausgleich, bildet die Machtethik dieses Liberalismus.
Der Liberalismus steht politisch im Gegensatz zum Totalitarismus und gilt als Voraussetzung fßr eine moderne, pluralistische Demokratie. Bis in die Gegenwart betrachten sich auch Vertreter von nicht explizit liberalen Parteien als Liberale im Sinne der aufklärerischen Definition des Liberalismus. Der Liberalismus begrßndete eine Rechtfertigung dafßr, sich von alten Lehren zu befreien, die sich fßr die Unfreiheit und rechtliche Ungleichheit des Menschen aussprachen. Beispiele solcher Lehren sind der Feudalismus, weil er den Menschen an einen Lehnsherren band, und der Absolutismus, der politische Macht nur dem KÜnig zugestand. Im Unterschied zum Anarchismus lehnt der Liberalismus den Staat nicht ab, sondern sieht in ihm den Garanten fßr Freiheit und Eigentum.
Grundlagen
Naturrecht
Die Grundlage des liberalen Denkens beruht auf dem Recht und insbesondere auf dem Naturrecht.cite-ref-11[11] Nach dieser Denkschule verfĂźgt jeder Mensch Ăźber grundlegende und unveräuĂerliche Rechte, die sich aus seiner bloĂen Existenz ergeben und der menschlichen Natur innewohnen, unabhängig von den sozialen Strukturen, in die er eingebunden ist. Bei diesen Rechten handelt es sich etwa um das Recht auf freie MeinungsäuĂerung, die Bewegungsfreiheit, das Recht auf Privateigentum, die Versammlungsfreiheit und die freie Berufswahl. Aus dem Recht auf Leben ergeben sich das Recht auf legitime Verteidigung gegen jede Aggression, das Recht auf Sicherheit und das Widerstandsrecht. Diese Rechte sind universell. Sie gelten fĂźr alle Menschen zu jeder Zeit und an jedem Ort und begrĂźnden die Gleichheit vor dem Gesetz.cite-ref-12[12]
Naturrecht unterscheidet sich vom positiven Recht dadurch, dass seine AusĂźbung keine Auswirkungen auf das Handeln anderer Menschen hat und nicht auf einer gesetzlichen Definition beruht. Allerdings argumentieren Liberale, dass das Naturrecht dem positiven Recht vorausgeht. Der franzĂśsische liberale Ăkonom Frederic Bastiat formulierte: âWeil PersĂśnlichkeit, Freiheit und Eigentum vorherbestehen, erlassen die Menschen Gesetze.âcite-ref-13[13]
Die liberale Theorie der Naturrechte wurde grĂśĂtenteils von John Locke und dann insbesondere von Immanuel Kant entwickelt.cite-ref-14[14]cite-ref-15[15] Aus dieser Theorie erwuchs die moderne Konzeption der Menschenrechte, die historisch gesehen einen wichtigen Teil der ideologischen Rechtfertigung der Amerikanischen Revolution, der FranzĂśsischen Revolution und der deutschen Revolution von 1848/49 lieferte.
Freiheit
Ein mit dem Liberalismus eng verbundener Begriff ist die Freiheit.
Eine Definition der individuellen Freiheit findet sich im Artikel 4 der Erklärung der Menschen- und Bßrgerrechte von 1789:
Die Freiheit besteht darin, alles tun zu kĂśnnen, was einem anderen nicht schadet. So hat die AusĂźbung der natĂźrlichen Rechte eines jeden Menschen nur die Grenzen, die den anderen Gliedern der Gesellschaft den Genuss der gleichen Rechte sichern. Diese Grenzen kĂśnnen allein durch das Gesetz festgelegt werden.
Der deutsche Philosoph Immanuel Kant gab darĂźber hinaus im ersten Definitivartikel seines 1795 verĂśffentlichten Traktats Zum ewigen Frieden eine fĂźr die Tradition des deutschen Idealismus wichtige Definition von Freiheit:
âFreiheit ⌠ist die Befugnis, keinen äuĂeren Gesetzen zu gehorchen, als zu denen ich meine Beistimmung habe geben kĂśnnen.â
â
Immanuel Kant
:
âZum ewigen Friedenâ.
Freiheit bedeutet somit fĂźr jeden das Recht, nach eigenem Ermessen zu handeln, um mit eigenen Mitteln seine eigenen Ziele zu verfolgen, sich frei auszutauschen, sich zu versammeln und Verträge abzuschlieĂen, sich frei zu äuĂern und seine Informationsquellen frei zu wählen.
Utilitarismus
Als Alternative zur Naturrechtslehre bildet auch der Utilitarismus eine Theorie der Rechtfertigung fĂźr die Freiheit der Menschen. Als Hauptvertreter gelten dabei Jeremy Bentham und John Stuart Mill.cite-ref-0-9-1[9] Diesen beiden Autoren zufolge beruhen die Prinzipien des Liberalismus nicht auf der Achtung der natĂźrlichen Rechte, deren Existenz Bentham und Mill ansonsten leugnen, sondern auf dem Beitrag der Freiheit zu unserem GlĂźck. In der utilitaristischen Logik, deren Thesen materialistisch sind, ist eine glĂźckliche Gesellschaft eine freie Gesellschaft, in der jeder so lebt, wie er es fĂźr richtig hält, solange es anderen nicht schadet. Allerdings wird die menschliche Freiheit als Mittel zu einem hĂśheren Ziel angesehen, nämlich zu kollektivem und materiellem GlĂźck. Dies ist das Prinzip der Schadensfreiheit, das J. S. Mill in seinem Werk Ăber die Freiheit entwickelt hat.cite-ref-18[18] Der Utilitarismus glaubt daher, dass liberale Gesellschaften unser GlĂźck maximieren.
Der Utilitarismus ist besonders in angelsächsischen Ländern einflussreich, während in Kontinentaleuropa vor allem die Konzeption von Immanuel Kant vorherrschend ist.cite-ref-19[19]
Politik
Im Zentrum des Liberalismus als Grundposition der politischen Philosophie steht das Individuum. Die individuelle Freiheit der Person ist nach liberaler Ăberzeugung die Grundnorm einer jeden menschlichen Gesellschaft, auf die hin der Staat seine politische wie wirtschaftliche Ordnung ausrichten sollte. Dabei wird unter Freiheit zunächst vor allem die Abwesenheit jeglicher Gewalt und jedes Zwangs verstanden, insbesondere von staatlicher Seite. In einem engeren Sinne liberaler Positionen beschränkt sich die Rolle des Staates auf den konkreten Schutz der Freiheit der Individuen und der die Freiheit garantierenden Rechtsordnung.
Die Grenzen und mÜglichen Formen staatlichen Handelns sind Gegenstand einer Debatte innerhalb des Liberalismus, besonders die Verwaltung und das Recht betreffend. Die meisten Liberalen halten staatliches Handeln zum Schutz der individuellen Freiheiten im Rahmen seiner souveränen Funktionen fßr notwendig, und viele von ihnen, wie Adam Smith, Raymond Aron, Karl Popper oder Benedetto Croce, akzeptieren oder empfehlen sogar Eingriffe in die Wirtschaft, insbesondere im Hinblick auf Kontrolle und Regulierung. Im Gegensatz dazu sprechen Libertäre mit anarchokapitalistischen Tendenzen dem Staat jegliche Legitimität zu Eingriffen in Gesellschaft und Wirtschaft ab.
Ethik
Umgekehrt implizieren diese Rechte Pflichten, die den Kern einer anspruchsvollen Ethik bilden. Diese wurde etwa von Immanuel Kant in seiner Kritik der praktischen Vernunft entwickelt. Sie implizieren im Namen der MenschenwĂźrde das Verbot jeglicher Aggression gegen die Integrität der Person, von Mord, Diebstahl und Sklaverei in allen ihren Formen sowie jeder Form von Diktatur. Sie fordern Toleranz gegenĂźber den Ideen, Ăberzeugungen und Handlungen anderer.cite-ref-21[21]
DarĂźber hinaus schreibt der Liberalismus kein bestimmtes Verhalten auf individueller Ebene vor. Er betrachtet Religionen als auĂerhalb seines Bereichs. Im Allgemeinen beschränkt es sich darauf, die Anwendung von Zwang in religiĂśsen, politischen und wirtschaftlichen Angelegenheiten zu verbieten. Der Begriff der Verantwortung, der untrennbar mit Freiheit und Eigentum verbunden ist, geht davon aus, dass jeder Mensch die Folgen seines Handelns, ob gut oder schlecht, in seiner Seele und seinem Gewissen tragen muss. Moralisches Gewissen ist daher die Bedingung der Freiheit und Vervollkommnungsfähigkeit des Menschen: Wenn Moral relativ oder nicht existent wäre, kĂśnnten andere zu Recht die Herren unserer Handlungen werden, uns ihre Ansichten aufzwingen und dadurch unsere Freiheit einschränken â ähnlich wie Eltern gegenĂźber ihrem Kind. Liberalismus ist daher keine Anomie oder Amoralismus, verstanden als das Fehlen von Normen, sondern eine genuin ethische Position.
Geschichte
Siehe auch
:
Geschichte liberaler Parteien
Vorläufer â Von der Antike bis zur Renaissance
Die Vorläufer des Liberalismus lassen sich von der Zeit der griechischen Antike und der Renaissance zurßckverfolgen. Leo Strauss ist etwa der Ansicht, dass der moderne Liberalismus seine Wurzeln im antiken philosophischen Denken hat.cite-ref-1-22-0[22] Sokrates sei der erste Philosoph gewesen, der offiziell liberale Ideen formulierte.
Bedeutende Wegbereiter im Mittelalter sind etwa die englische Magna Carta, welche grundlegende Rechte gegenĂźber dem Souverän einfĂźhren, wie etwa das Recht auf Habeas Corpus, welches vor unrechtmäĂiger Verhaftung schĂźtzt. DarĂźber hinaus formuliert Thomas von Aquin eine wichtige Doktrin des Naturrechts, welche bestimmte politische Ăberlegungen von Aristoteles Ăźber Freiheit und Gerechtigkeit wiederaufnimmt.
Die der Spätscholastik zuzurechnende Schule von Salamanca lässt den Liberalismus erahnen, da sie den staatlichen Souverän moralisch verpflichtet, die Grundrechte jedes Menschen zu respektieren, da er ein als GeschÜpf Gottes ist, das ausgestattet ist mit Vernunft.cite-ref-23[23] Ab dem 16. Jahrhundert formulierten die Philosophen dieser Schule den von Aristoteles, den Stoikern, Cicero und Thomas von Aquin ßbernommenen Begriff des Naturrechts neu und leiteten daraus die Prinzipien der Souveränität des Volkes und der Gewaltenteilung ab. In wirtschaftlichen Fragen rechtfertigen sie das Privateigentum, den freien Personen- und Warenverkehr und verteidigen den freien Markt.cite-ref-24[24]
Der Humanismus der Renaissance veränderte die Beziehung des Menschen zu SchÜpfung, Macht, Bildung oder Religion radikal. Das Gleiche gilt fßr den Protestantismus, der der gÜttlichen Vorsehung den freien Willen entgegensetzt. Die Treue zur Traditionsordnung wird durch die Reformation zugunsten der Vernunft des aufgeklärten Einzelnen in Frage gestellt. Religion wird damit zur Privatsache, was ihren Niedergang in der politischen Ordnung des Abendlands befÜrdert.
Klassischer Liberalismus des 17. und 18. Jhds.
Das liberale Denken entstand in der Mitte des 17. und der Mitte des 18. Jahrhunderts, unter dem Einfluss der Philosophie der Aufklärung. Diese Denker standen im Gegensatz zum politischen Absolutismus, der durch religiĂśse Vorstellungen legitimiert wurde. Es gab zahlreiche liberale Theoretiker â zu den bedeutenden ersten Denkern des Liberalismus zählen unter anderem John Locke im 17. Jahrhundert und Immanuel Kant oder Adam Smith im 18. Jahrhundert. Die Vielfalt ihrer Schriften kann nur im Hinblick auf den historischen Kontext verstanden werden, mit dem sie interagierten.
Das genaue Datum der Anfänge des Liberalismus bzw. seiner politischen, wirtschaftlichen oder religiĂśsen Komponenten ist unter Historikern umstritten. Viele Autoren datieren den Anfang mit John Lockes Brief Ăźber die Toleranz (1689), der die bereits bestehenden Wurzeln des Liberalismus vervollständigte. John Locke argumentierte fĂźr die EinfĂźhrung eines âRechtsstaatsâ, der die Grundlage der modernen liberalen Philosophie werden sollte und die zentralen theoretischen Entwicklungen umfasst: die Doktrin der Naturrechte, die Beschränkung staatlicher Macht und Gewaltenteilung, eine Rechtfertigung des zivilen Ungehorsams, Bestätigung von Gewissensfreiheit und die Trennung von Kirche und Staat.cite-ref-25[25]
Andere Philosophen wie David Hume, Condillac und Montesquieu zogen ihrerseits die Konsequenzen der liberalen Philosophie im politischen und wirtschaftlichen Bereich. Montesquieu (1689â1755) war damals angesichts der absoluten Macht der franzĂśsischen Monarchie vor allem damit beschäftigt, die Gewaltenteilung zu etablieren, um den Missbrauch der Exekutivgewalt des KĂśnigs einzudämmen und so die Freiheiten des Parlaments und der Justiz zu stärken. Diese Gedanken entwickelte er in seinem Hauptwerk Vom Geist der Gesetze (1748). Er artikulierte republikanisches und liberales Denken und verteidigte damit âbĂźrgerliche Tugend, Liebe zum Land und zur Freiheitâ.cite-ref-26[26]
Gleichzeitig verbanden Denker wie Adam Smith ihre Forderungen nach wirtschaftlichen Freiheiten mit den politischen Forderungen des Liberalismus. Smith ist einer der Haupttheoretiker des Wirtschaftsliberalismus, indem er eine Wirtschaftstheorie begrĂźndete, nach der âprivate Laster das Gemeinwohl bewirkenâ, eine Intuition, die erstmals von Bernard Mandeville in seiner Bienenfabel entwickelt wurde.cite-ref-27[27] Die sogenannte klassische Schule der NationalĂśkonomie entstand als eine zusammenhängende Theorie, die alle damals untersuchten Bereiche menschlichen Handelns umfasste.
Der Liberalismus hatte einen tiefgreifenden Einfluss auf mehrere groĂe politische Revolutionen und Traditionen, die die Entstehung liberaler Demokratien ermĂśglichten. Einige Jahrzehnte vor der FranzĂśsischen Revolution basierte Frankreich auf mehreren Prinzipien des Liberalismus, wobei das Ministerium Turgot zweifellos von der Physiokratenbewegung beeinflusst war. Aus diesem Grund waren Teile der franzĂśsischen Eliten, insbesondere der bĂźrgerlichen Elite, Anhänger des Liberalismus und fĂźr die FranzĂśsische Revolution. Die Beziehung zwischen Liberalismus und FranzĂśsischer Revolution ist allerdings komplex, da man sie sowohl als Kontinuität als auch als zwei gegensätzliche Begriffe auffassen kann.cite-ref-28[28] Bevor die FranzĂśsische Revolution in den revolutionären Terror umschlug, propagierte sie Menschenrechte, etwa in der Erklärung der Menschen- und BĂźrgerrechte, in der das Naturrecht kodifiziert und wirtschaftliche Freiheiten garantiert wurden. Der Umschlag des âdemokratischenâ Geistes in den ârevolutionärenâ Geist entstand aus der Radikalität der Revolutionäre, die ihre Geschichte neu beginnen wollten, im Gegensatz etwa zu den Amerikanern, die kein altes Regime zu zerstĂśren hatten.cite-ref-29[29]
Im Verlauf der FranzÜsischen Revolution zeigte sich eine Trennung und Aufspaltung der liberalen Tradition: Eine konservativere StrÜmung, vertreten etwa von Edmund Burke, war der Ansicht, dass individualistische Prinzipien allein nicht in der Lage sind, eine soziale Bindung zu begrßnden und eine zweite, radikalere StrÜmung, vertreten von Thomas Paine, verteidigte eine dauerhafte Reform. In der Tradition des deutschen Idealismus zeigten sich ebenfalls unterschiedliche Interpretationen der franzÜsischen Revolution: Immanuel Kant war ein starker Befßrworter der FranzÜsischen Revolution, kritisierte allerdings ihren Umschlag in den Terror.cite-ref-30[30] Hegel war ein glßhender Anhänger der FranzÜsischen Revolution.cite-ref-31[31]cite-ref-32[32] Zeit seines Lebens soll er am 14. Juli, dem Tag der Erstßrmung der Bastille, ein Glas Rotwein auf die Revolution und ihre Parole Freiheit, Gleichheit, Brßderlichkeit getrunken haben.cite-ref-33[33]
Von der Industriellen Revolution zur Moderne
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts kam es zu einer Vertiefung liberaler Ideen in der Politik mit den Anfängen des modernen Liberalismus. Die liberalen Lehren, die Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts aufkamen, beharrten auf der Bedeutung von Verdienst und Arbeit, wandten sich gegen Privilegien und Willkßr, gegen den Merkantilismus und gegen den oligarchischen Kapitalismus des Klerus und des Adels.
Laut dem franzĂśsischen Philosophen und Historiker Alexis de Tocqueville beruht das amerikanische demokratische Modell auf seinem radikalen Bruch mit der europäischen Aristokratie. Die amerikanische Revolution wĂźrde somit eine Vorherrschaft des âdemokratischenâ Geistes gegenĂźber dem ârevolutionärenâ Geist zum Ausdruck bringen. Es war reich an liberalen Autoren, von Thomas Jefferson bis Benjamin Franklin und Thomas Paine. Einige der Grundprinzipien des amerikanischen Liberalismus sind in der Präambel der Verfassung der Vereinigten Staaten von 1787 sowie in der Erklärung der Menschen- und BĂźrgerrechte von 1789 enthalten. Während des Konvents von Philadelphia wurde die Verfassung der Vereinigten Staaten angenommen und vervollständigte die Eroberung der Unabhängigkeit und wurde von liberalen Demokraten und Revolutionären weltweit bewundert.cite-ref-34[34]
Die Wiederbelebung des Liberalismus im 19. Jhd. manifestiert sich in Frankreich durch Benjamin Constant, Alexis de Tocqueville, Jean-Baptiste Say und FrÊdÊric Bastiat. Coppets Gruppe versammelte später liberale Gegner Napoleons III. Die klassischen Liberalen strebten nach einer weiten Verbreitung ihrer Ideen und stellten sich gegen die vorherrschenden etatistischen Ideen in den Machtkreisen.
In Deutschland kommt es 1848/49 zur Revolution.cite-ref-35[35] Sie bildet ein zentrales Ereignis der Geschichte des deutschen Liberalismus. In ihrer Folge kam es zu den sogenannten Märzerrungenschaften, welche grundlegende Freiheiten wie Meinungsfreiheit und die Bauernbefreiung erkämpften. Die Paulskirchenverfassung vom 28. März 1849 stellt das wichtigste Dokument der Märzrevolution dar.cite-ref-36[36] Es propagierte eine demokratische und liberale Staatsordnung und war die erste gesamtdeutsche und demokratische Verfassung Deutschlands, welche die Grundlage fßr alle weiteren demokratischen Verfassungen Deutschlands bildete.cite-ref-37[37]
Nach dem Scheitern der Märzrevolution kam es in Deutschland zur Reaktionsära. In der Folge verlieĂen einige deutsche Liberale aufgrund der einsetzenden Verfolgung das Land, in den USA nennt man diese Emigranten Forty-Eighters. Andere Liberale blieben, und setzten sich weiter fĂźr Demokratie und Menschenrechte in Deutschland ein.
So entstand etwa im Verlauf des 19. Jhds. aus dem deutschen Liberalismus das deutsche Genossenschaftswesen, mit Protagonisten wie Hermann Schulze-Delitzsch und Friedrich Wilhelm Raiffeisen. Als im 19. Jahrhundert die Vorläufer der modernen Parteien entstanden, gehĂśrten die liberalen Parteien dazu. Sie waren oft lockerer organisiert als die konservativen, katholischen und allmählich auch sozialistischen Parteien. Liberale Parteien konnten weniger auf einem gemeinsamen sozialen Fundament wie dem katholischen Verbandswesen aufbauen. Den Liberalen kam jedoch das ungleiche Wahlrecht (â Klassenwahlrecht) zugute, wie es in vielen europäischen Ländern bis ins 20. Jahrhundert galt. Das Mehrheitswahlrecht konnte die Liberalen begĂźnstigen, wenn sie dadurch mit ihrer Mittelposition als Kompromisskandidaten dienten.
Ab dem Ende des 19. Jahrhunderts kam es innerhalb der liberalen StrÜmung zu Differenzen hinsichtlich der Rolle und Art staatlicher Intervention. Mit L. T. Hobhouse entstand eine progressive StrÜmung, die versuchte, die gesellschaftlichen Bedingungen, die die Freiheit jedes Einzelnen ermÜglichen, stärker zu berßcksichtigen. Zu den politischen Rechten kämen so Hobhouse soziale Rechte hinzu, wie das Recht auf eine Rente und staatliche Umverteilung.cite-ref-38[38]
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die liberale Philosophie dann radikal herausgefordert, zunächst durch die Russische Revolution von 1917 und dann in der Zwischenkriegszeit mit der Wirtschaftskrise von 1929, durch den Sozialismus (insbesondere die Zweite Spanische Republik und die FranzÜsische Volksfront), sowie die Entstehung von Faschismus und Nationalsozialismus. Der Einfluss dieser Ideologien, welche gegen die liberalen Gesellschaften gerichtet waren, fßhrte zu einer Neudefinition der Rolle und Konturen des Staates in Richtung zunehmender Intervention, also staatlich organisierter Wirtschaft fßr den Kommunismus und starker interventionistischer Staat fßr den Nationalsozialismus. Während des Nationalsozialismus wurden viele Liberale verfolgt oder mussten in die Emigration. Liberale Parteien in Deutschland wurden verboten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zu einer Erneuerung des Liberalismus. Bedeutend sind hier die Treffen der Mont Pèlerin Society, einer 1947 von Friedrich August von Hayek gegrßndeten Vereinigung von Akademikern, Geschäftsleuten und Journalisten, welche das Ziel verfolgten, zukßnftige Generationen von wirtschaftsliberalen Ideen zu ßberzeugen.cite-ref-39[39] In Deutschland kam es in Form des Ordoliberalismus ebenfalls zu einer Erneuerung.cite-ref-40[40]
Heute zählt der Liberalismus zu den groĂen politischen Orientierungen, neben Konservatismus und Sozialismus. In Deutschland beruft sich vor allem die FDP auf das liberale Erbe. Die Geschichte des deutschen Liberalismus wird im Archiv des Liberalismus der Friedrich-Naumann-Stiftung fĂźr die Freiheit in Gummersbach aufgearbeitet. Gelb gilt heute gemeinhin als die politische Farbe des Liberalismus.cite-ref-41[41]cite-ref-42[42] Auf europäischer Ebene gibt es viele liberale Parteien, in Frankreich etwa die von Emmanuel Macron gegrĂźndete Partei Renaissance und in den Niederlanden die Volkspartei fĂźr Freiheit und Demokratie. Im europäischen Parlament sind sie in der Allianz der Liberalen und Demokraten fĂźr Europa (ALDE) organisiert.cite-ref-43[43]
Formen
Die liberale Bewegung war von Anfang an heterogen und basierte auf einem breiten Spektrum bßrgerlicher Modernisierungsforderungen gegenßber Staat, Kirche und Gesellschaft in nahezu allen politischen, wirtschaftlichen, sozialen und weltanschaulichen Bereichen. Schon in den frßhen Auseinandersetzungen des 19. Jahrhunderts, in denen das Ziel einer AblÜsung absolutistisch-restaurativer und autokratischer Herrschaftsformen durch an der Idee der Volkssouveränität orientierte partizipative Modelle im Vordergrund stand, konkurrierten moderat-liberale Reformer mit radikal-liberalen Revolutionären um die Deutungshoheit der freiheitlichen Weltanschauung und standen in teils unversÜhnlichem Widerspruch zueinander. Während der moderate Liberalismus die Verwirklichung der Freiheitsrechte und des Verfassungsstaates in einer konstitutionellen Monarchie als hinreichendes politisches Ziel ansah, zielte der demokratische Radikalismus auf den vÜlligen Umbau von Staatswesen und Gesellschaft und strebte die AblÜsung der Monarchie durch die Republik in einem gegebenenfalls neu zu schaffenden Nationalstaat an.
Im wirtschaftlichen Bereich unterstĂźtzt der Wirtschaftsliberalismus private Initiative, Freihandel und die damit verbundene freie Marktwirtschaft. Er steht dabei im Einklang mit dem Kapitalismus, anders als der Sozialismus, der kollektives Eigentum verteidigt. Auf sozialer und politischer Ebene will der klassische Liberalismus die freie Wahl und die Interessen jedes Einzelnen unabhängig von den Interessen der anderen realisieren. Er befĂźrwortet politische Befugnisse im Rahmen der durch freie Debatte verabschiedeten Gesetze und verteidigt Rechtsstaatlichkeit und Gewaltenteilung. Die Frage nach dem Verhältnis zwischen âWirtschaftsliberalismusâ und âpolitischem Liberalismusâ wird von den Philosophen dabei unterschiedlich bewertet.
So kann sich der Liberalismus paradoxerweise auf unterschiedliche, sogar gegensätzliche Weise manifestieren. Der Liberale kann je nach Fall derjenige sein, der vom Staat verlangt, mit einer Tradition zu brechen, die die Freiheit des Einzelnen beschränkt (z. B. Ständeordnung, Zunftwesen oder andere Privilegien), oder derjenige, der die Freiheit verteidigt, eine bestimmte Tradition auszußben, etwa die Religion. Auf wirtschaftlicher Ebene wollen einige Liberale, dass der Staat eingreift, um die Fähigkeit zu wirtschaftlichem Handeln zu schaffen (durch die Bekämpfung von Monopolen, Armut, mangelnder Bildung oder Investitionen), während andere sich gegen das Eingreifen der Regierung in den wirtschaftlichen Bereich aussprechen (Achtung der Privatinitiative, freier Wettbewerb, Nachtwächterstaat).
Der klassische Liberalismus, der auf Freiheit in seiner negativen Form basiert, steht unter anderem im Gegensatz zum Sozialliberalismus oder Linksliberalismus, der auf Freiheit als positivem Recht basiert. Dabei soll die Regierung den Einzelnen gegen materielle Armut oder vor moralischem Druck der Gemeinschaft schĂźtzen. Der deutsche Philosoph Max Stirner liefert in seinem Werk âDer Einzige und sein Eigentumâ aufschlussreiche Argumente gegen den sozialen Liberalismus.cite-ref-44[44]
Der deutsche Soziologe Max Weber hat das gemeinsame Fundament und die anthropologische Grundlage aller Liberalismen hervorgehoben, nämlich das menschliche Individuum.cite-ref-45[45] Wenn der absolutistische Staat der Herrscher Ăźber den Einzelnen war, muss sich der liberale Staat in den Dienst des Individuums stellen. Ist dies nicht der Fall, so bleibt der Staat fĂźr klassische Liberale wesentlich illiberal. Der Liberalismus steht im Gegensatz zu kollektivistischen Lehren, die ebenfalls als illiberal abgelehnt werden, aber auch im Gegensatz zum Amoralismus (vertreten etwa durch Machiavelli, Mandeville etc.).cite-ref-46[46] Im politischen Bereich gehĂśrt der Liberalismus dabei zum Erbe der Naturrechtslehre. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Ăbergang vom Naturzustand zum bĂźrgerlichen Staat fĂźr den Liberalismus auf der Grundlage der freiwilligen Kooperation freier Individuen erfolgt.
Verfassungsliberalismus
Laut dem Liberalismus ist die Aufgabe einer Verfassung, die naturgegebenen Rechte der BĂźrger vor der Allmacht des Staates zu schĂźtzen. John Locke, einer der wichtigsten BegrĂźnder des Liberalismus, postulierte in seinem 1689 verĂśffentlichten Werk Two Treatises of Government (deutsch: Zwei Abhandlungen Ăźber die Regierung) Freiheit, Leben und Eigentum als unveräuĂerliche Rechte eines jeden BĂźrgers. Die Rechte auf Freiheit, Leben und Eigentum werden als elementare Menschenrechte angesehen. Die liberale Verfassung soll diese Menschenrechte durch die Begrenzung der Staatsmacht vor willkĂźrlichen Eingriffen des Staates schĂźtzen. Diese sind vor und von dem Staat zu schĂźtzen und haben Vorrang auch vor demokratisch herbeigefĂźhrten Entscheidungen.
John Stuart Mill formulierte in seiner Schrift On Liberty (dt.: Ăber die Freiheit) das Prinzip, âdass der einzige Grund, aus dem die Menschheit, einzeln oder vereint, sich in die Handlungsfreiheit eines ihrer Mitglieder einzumischen befugt ist: sich selbst zu schĂźtzen. Dass der einzige Zweck, um dessentwillen man Zwang gegen den Willen eines Mitglieds einer zivilisierten Gesellschaft rechtmäĂig ausĂźben darf: die Schädigung anderer zu verhĂźten.â
Der Schutz dieser naturgegebenen Rechte erfolgt durch eine Verankerung von Gewaltenteilung in die Verfassung, um Machtkonzentration zu verhindern. Zusätzlich zur horizontalen Gewaltenteilung sollen sich Exekutive, Legislative und Judikative im Gleichgewicht befinden und sich gegenseitig kontrollieren (Checks and Balances), um Machtanhäufung und Machtmissbrauch eines dieser Bereiche zu verhindern. Charles de Montesquieu gilt mit seinem 1748 verÜffentlichten Buch Vom Geist der Gesetze als Begrßnder des Konzepts der Gewaltenteilung.
âSobald in ein und derselben Person oder derselben Beamtenschaft die legislative Befugnis mit der exekutiven verbunden ist, gibt es keine Freiheit.â
â
Vom Geist der Gesetze (De l'esprit des lois), XI, 6
Im 19. Jahrhundert wurde durch die deutsche Staatsrechtslehre, zunächst bei Robert von Mohl, der Begriff des liberalen âRechtsstaatsâ geprägt. GegenĂźber dem âMachtstaatâ des Absolutismus unterliegt die Staatsgewalt im Rechtsstaat dem aufgeklärten Gesetzesrecht, vermittelt durch die GesetzmäĂigkeit der Verwaltung, Verfahrensgarantien und MĂśglichkeiten des effektiven Rechtsschutzes einer Selbstbindung.cite-ref-47[47]cite-ref-48[48] Vor dem Gesetz sollen alle BĂźrger gleich sein, ohne Ansehen ständischer oder religiĂśser Unterschiede.cite-ref-coing-49-0[49] Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde diese Konzeption um den Aspekt der materiellen Rechtsstaatlichkeit ergänzt: Die Geltung von Grundrechten und das Gebot der VerhältnismäĂigkeit stellen â im Sinne einer materiellen Rechtsstaatlichkeit â eine absolute Schranke der Staatstätigkeit dar und binden unmittelbar auch den Gesetzgeber.
Wirtschaftsliberalismus
â
Hauptartikel
:
Wirtschaftsliberalismus
UrsprĂźnglich war âLiberalismusâ als Bezeichnung der politischen Bewegung des Liberalismus vorbehalten. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wird die Bezeichnung auch auf wirtschaftspolitische Positionen bezogen, die von der klassischen NationalĂśkonomie vertreten wurden und auf Adam Smith zurĂźckgefĂźhrt werden.cite-ref-50[50] In Abgrenzung zu anderen Spielarten des Liberalismus wird vom Wirtschaftsliberalismus gesprochen. Grundlagen des Wirtschaftsliberalismus sind â anknĂźpfend an John Locke â Privateigentum und Vertragsfreiheit. Vertreter des Wirtschaftsliberalismus befĂźrworten in der Tradition der klassischen NationalĂśkonomie freie Marktwirtschaft und Freihandel. Sie plädierten fĂźr die EinfĂźhrung der Gewerbefreiheit und die AuflĂśsung der ZĂźnfte.cite-ref-coing-49-1[49]
Zum Teil wird das Eigentumsrecht auf naturrechtliche BegrĂźndungen zurĂźckgefĂźhrt, wie sie sich schon bei Hugo Grotius, Samuel Pufendorf und John Locke finden. In dieser Tradition der naturrechtlichen BegrĂźndung von Eigentumsrechten argumentieren beispielsweise die US-amerikanischen GrĂźnderväter sowie im 20. Jahrhundert die libertären Philosophen Robert Nozick und Ayn Rand, deren liberale Ausrichtung jedoch mitunter bestritten wird.cite-ref-51[51] Das Eigentumsrecht wird dann gemäà der Lockeâschen Eigentumstheorie auf einen ursprĂźnglichen Aneignungsakt durch Arbeit zurĂźckgefĂźhrt. Wirtschaftsliberale Positionen beruhen jedoch oft auch auf einer utilitaristischen Grundlage, wenn sie etwa davon ausgehen, dass die BegrĂźndung von Recht auf Privateigentum zu Anreizen fĂźr effiziente Nutzung und dadurch zur Vermehrung des Allgemeinwohls fĂźhrt.cite-ref-52[52] Konsequentialistische Argumentationen, die auf Adam Smith, Jeremy Bentham und John Stuart Mill zurĂźckgehen, kommen oft zu einer ähnlich starken Betonung privater Eigentumsrechte.cite-ref-53[53] Sie begrĂźnden diese aber mit Anreizen fĂźr effiziente Nutzung, die zur Vermehrung des Gemeinwohls fĂźhre. Anders als Vertreter des Naturrechts begrĂźnden sie das Eigentumsrecht also nicht primär mit Gerechtigkeits-, sondern mit Nutzenerwägungen. Vertreter dieser Form des konsequentialistischen (oder auch utilitaristischen) Wirtschaftsliberalismus waren die Ăkonomen Ludwig von Mises, Friedrich Hayek, James M. Buchanan und Milton Friedman, sowie der Rechtstheoretiker Richard A. Epstein.cite-ref-54[54]
Adam Smith fĂźhrt den Wohlstand der Nationen in seinem gleichnamigen Werk auf das Konzept der unsichtbaren Hand zurĂźck, wonach das eigennĂźtzige Streben der Menschen zum Wohl der gesamten Gesellschaft beitrage. Daher stellt nach Auffassung vieler Wirtschaftsliberaler ein freier Wettbewerb in der Marktwirtschaft das optimale Steuerungsinstrument der Wirtschaft dar. Vertreter des klassischen Wirtschaftsliberalismus wie Jean Baptiste Say gingen entsprechend davon aus, dass sich ohne staatlichen Eingriff stets ein Marktgleichgewicht einstelle. Interventionen durch wohlfahrtsstaatliche Politik werden insofern als schädlich angesehen. Unter dem Einfluss der Lehren der klassischen NationalĂśkonomie galt im 19. Jahrhundert weitgehend das liberale Leitbild eines Staates, dessen Aufgaben vor allem auf die Herstellung von Sicherheit und Ordnung beschränkt sind und der mĂśglichst wenig in Wirtschaftsprozesse interveniert (âLaissez-faireâ).cite-ref-55[55] Diese Staatskonzeption wurde von Ferdinand Lassalle als sogenannter âNachtwächterstaatâ kritisiert. Allerdings wurde nach der Weltwirtschaftskrise von vielen Wirtschaftsliberalen anerkannt, dass der freie Markt nicht nur durch staatliche Intervention, sondern auch durch Oligopole oder Kartellstrukturen bedroht werden kann.
In Reaktion auf die Kritik am klassischen (Wirtschafts-)Liberalismus entwickelten sich neue Vorstellungen, die zunächst unter dem Begriff des Neoliberalismus zusammengefasst wurden. Insbesondere vom Ordoliberalismus der âFreiburger Schuleâ, der auch zu den wesentlichen EinflĂźssen bei der Entwicklung der sozialen Marktwirtschaft zählt, wurde daher ein starker Staat gefordert, der der Vermachtung der Wirtschaft durch Ordnungspolitik entgegenwirken kann. Marktversagen, etwa bei sogenannten âexternen Effektenâ wie Umweltverschmutzung, soll nach wirtschaftsliberaler Position durch marktkonforme Instrumente, wie Emissionsrechtehandel Ăźberwunden werden.
Als einer der bedeutendsten Theoretiker des Liberalismus im 20. Jahrhundert gilt der Nobelpreisträger fĂźr Wirtschaftswissenschaften Friedrich August von Hayek.cite-ref-56[56] Hayek, ein prominentes Mitglied der Mont Pelerin Society, gilt nicht zuletzt deshalb als zentrale Integrationsfigur des Wirtschaftsliberalismus, weil er in verschiedenen Lebensabschnitten die Entwicklung von drei verschiedenen Ăśkonomischen Schulen beeinflusste. Zunächst entwickelte er als SchĂźler von Ludwig von Mises die Positionen der Ăsterreichischen Schule u. a. an der Kritik der Wirtschaftsrechnung im Sozialismus maĂgeblich mit. 1950 ging er nach Chicago, wo es unter seiner Beteiligung zu einer Neubewertung von Monopol- und Kartellstrukturen kam. SchlieĂlich wurde er 1962 nach Freiburg berufen, dem Zentrum des deutschen Neoliberalismus, wo er seine Ideen zur staatlichen âAnmaĂung von Wissenâ, marktfĂśrmigen âspontanen Ordnungenâ und dem âWettbewerb als Entdeckungsverfahrenâ ausarbeitete.
Die Ideen des Wirtschaftsnobelpreisträgers Milton Friedman, eines BefĂźrworters von Freihandel und Deregulierung, hatten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts starken Einfluss auf die Entwicklung in Richtung Markt und Wettbewerb, die in weiten Teilen der Welt zu beobachten war.cite-ref-57[57] Friedman, der als bedeutender Vertreter der Chicagoer Schule der Ăkonomie gilt, griff zunächst Ideen des kontinentaleuropäischen Neoliberalismus auf. Anders als dieser sah er jedoch ähnlich wie Hayek die ordnungspolitische Wettbewerbskontrolle eher skeptisch.cite-ref-58[58]
Da der Begriff des Liberalismus in den USA nach dem New Deal und zunehmend in den 1970er Jahren durch das Aufkommen des philosophischen egalitären Liberalismus mit der politischen Linken assoziiert wurde (Linksliberalismus), werden wirtschaftsliberale Positionen dort oft als libertarianism bezeichnet.cite-ref-59[59]
Sozialer Liberalismus
â
Hauptartikel
:
Linksliberalismus
Während fßr Wirtschaftsliberale der Abbau von staatlicher und feudaler Herrschaft zur Herstellung von Chancengleichheit in der Regel als ausreichend angesehen wird, wollen Sozialliberale auch gesellschaftlich bedingte Chancenungleichheiten kompensatorisch korrigieren.cite-ref-60[60] Um die von Sozialliberalen ebenfalls unerwßnschte Einschränkung der individuellen Autonomie zu minimieren, wurde im 19. Jahrhundert Hilfe zur Selbsthilfe als LÜsung der sozialen Frage propagiert. So trat der Sozialliberale Hermann Schulze-Delitzsch fßr eine FÜrderung des Genossenschaftswesens ein.cite-ref-konservatismus2002-61-0[61] Eine weitere typisch liberale Antwort auf die soziale Frage ist die Qualifikation durch eine staatlich gefÜrderte Bildungspolitik.cite-ref-konservatismus2002-61-1[61] In der Sozialen Marktwirtschaft wurde von Vertretern des Ordoliberalismus der Versuch unternommen, wirtschaftsliberale Positionen mit einer Bewältigung sozialer Probleme konzeptionell zu verbinden.
Vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise versuchte John Maynard Keynes â von einer linksliberalen politischen Position ausgehend â deutlich zu machen, wie antikapitalistische Bestrebungen (kommunistische wie faschistische) durch den Erhalt und Ausbau des kapitalistischen Wohlfahrtsstaates verhindert werden kĂśnnen. Wie Keynes den Liberalismus versteht, wird in den Artikeln Am I a Liberal?cite-ref-62[62] von 1925 oder The End of Laissez-Fairecite-ref-63[63] von 1926 deutlich. Vollbeschäftigung versteht Keynes als Bedingung der MĂśglichkeit von Verhandlungsmacht der Gewerkschaften. Ansteigender Wohlstand der Ărmsten sei fĂźr die marktfĂśrmige Wirtschaft wachstumsoptimal und sichere so die individuelle Unabhängigkeit.
Im egalitären Liberalismus von John Rawls hat eine nicht nur formale, sondern substantiell faire Chancengleichheit einen wichtigen Stellenwert.cite-ref-64[64] Rawls Theorie der Gerechtigkeit gilt deshalb als liberale Konzeption, weil Rawls eine Liste von Grundfreiheiten vor Umverteilung stellt.cite-ref-65[65] Die individuelle Freiheit dĂźrfe allenfalls eingeschränkt werden, um die Freiheit Dritter zu schĂźtzen, keineswegs aus GrĂźnden sozialer Gerechtigkeit.cite-ref-66[66] Im Gegensatz zu klassischen Wirtschaftsliberalen wie Milton Friedman und Friedrich Hayek sieht er aber in wirtschaftlichen Freiheiten wie Recht auf Privateigentum und Vertragsrecht keinen Grundrechtsstatus im Gegensatz zum Recht auf freie Berufswahl, persĂśnliches Eigentum, Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit oder politische Freiheiten und kĂśnnen gemäà der fairen Chancengleichheit, der gleichen Chancen an der Beteiligung am politischen Leben und Begrenzung wirtschaftlicher und sozialer Ungleichheiten also eingeschränkt werden.cite-ref-67[67] Das Recht auf die Grundfreiheiten ist laut Rawls deswegen wesentlich, weil man mit ihnen die beiden moralischen VermĂśgen eines BĂźrgers ausĂźben kann und von der Gesellschaft anerkannt wird, und zwar die Fähigkeit, der eigenen Vorstellung des Guten wie beispielsweise einer Religion nachzugehen, zu revidieren und zu vertreten und politische Prinzipien zu verstehen, zu beurteilen, zu akzeptieren und nach ihnen zu handeln.cite-ref-68[68] Grundfreiheiten wie freie Berufswahl, Versammlungsfreiheit, Meinungsfreiheit und das Recht auf persĂśnliches Eigentum sind fĂźr diese moralische VermĂśgen notwendig, nicht aber das Recht auf Privatbesitz, Eigentum, Erwerb und Vererbung an natĂźrlichen Ressourcen und Produktionsmittel, die Kontrolle Ăźber diese und auf Vertragsfreiheit. Solche mĂźssen im Einklang mit der Chancengleichheit, politischen Gleichheit und der Begrenzung der Ungleichheit bei der Gesetzgebung anstelle auf Verfassungsebene gerechtfertigt werden.cite-ref-69[69]cite-ref-70[70]cite-ref-71[71] Ungleichheiten sind nur insofern gerechtfertigt als diese den sozial Schwächsten einer Gesellschaft den grĂśĂten Vorteil bringen.cite-ref-72[72]cite-ref-73[73] Daher fordert er von einem privatwirtschaftlichen System, dass es in Form einer Eigentumsdemokratie ausgestaltet sein soll, in der Privateigentum und Humankapital auf allen BĂźrgern und damit auch die Verhandlungsmacht verbreitet wird und somit alle aus der Ungleichheit auf reziproker Weise profitieren.cite-ref-74[74]cite-ref-75[75]
Ebenfalls in der liberalen Tradition seit Immanuel Kant steht die Verfechtung von Freiheiten als Verwirklichungschancen, die von Amartya Sen und Martha Nussbaum vertreten werden. Dieser Ansatz steht mit seinem positiven Freiheitsbegriff jedoch in einem Spannungsverhältnis zu herkÜmmlichen Formen des politischen Liberalismus.cite-ref-76[76] Mit positivem und negativem Freiheitsverständnis und seiner Bedeutung fßr unterschiedliche Ansätze in der liberalen politischen Philosophie haben sich in neuerer Zeit Isaiah Berlin und Charles Taylor auseinandergesetzt.cite-ref-77[77]
Liberalismus und Frauenemanzipation
Aufgrund seines Eintretens fĂźr die Freiheitsrechte des Individuums bot sich der Liberalismus in der Geschichte vielfach als BĂźndnispartner der Frauenbewegung an. In Deutschland beispielsweise rechnete sich ein GroĂteil der Frauenbewegung zum Liberalismus.cite-ref-78[78] Dazu hat auch die bahnbrechende Schrift von John Stuart Mill Die HĂśrigkeit der Frau (1869) beigetragen, in der er fĂźr die Gleichstellung der Frauen plädiert.
Zwar hält der Liberalismus im Bereich des Personen- und Familienrechts an dem konservativen Familienbild fest, versteht den Begriff der Ehe aber in einem vertragsrechtlichen Zusammenhang und nicht mehr als ßberindividuelle Institution.cite-ref-coing-49-2[49]
Kritik
Marxismus
Ein Einwand, der vor allem von marxistischen Kritikern vorgebracht wird, ist, dass der philosophische Liberalismus eine rein formale Freiheit befßrwortet. Kritiker wenden dagegen ein, dass es neben formalen Freiheiten (z. B. das Recht auf Freizßgigkeit) auch reale Freiheiten (z. B. die wirtschaftliche Fähigkeit, sich tatsächlich zu bewegen) gibt. Die Kritik wirft Liberalen vor, dass sie die Rechte des Einzelnen bevorzugen, ohne sich um die Existenzbedingungen dieser Individuen in der Gesellschaft zu kßmmern.cite-ref-79[79]
Der konservative Rechtsphilosoph Michel Villey stimmt in diesem Punkt mit Marxisten ßberein, die argumentieren, dass formelle liberale Rechte, wenn sie allen zugutekommen sollen, in Wirklichkeit nur denen zugutekommen, die sie materiell ausßben kÜnnen: den Reichen oder den Eigentßmern. Villey kritisiert diese negative Freiheit, d. h. das Fehlen jeglicher sozialer Verantwortung und Beschränkung.cite-ref-80[80]
Nihilismus
Fßr Leo Strauss stehen der antike (klassische Republikanismus) und der moderne Liberalismus radikal im Gegensatz.cite-ref-1-22-1[22] Strauss wirft dabei dem modernen Liberalismus vor, eine Form des Nihilismus zu sein, der die Arbeit und die Herrschaft des Nßtzlichen verherrliche. Fßr die Alten verwirklichte sich der Mensch nicht durch Arbeit, sondern kultivierte seine Individualität, indem er Wissen um seiner selbst willen suchte. Freiheit wird dabei als Privileg und nicht als etwas Erworbenes wahrgenommen. Die Freiheit der Alten konzentrierte sich auf Staatsbßrgerkunde und Vernunft, während die Freiheit der Modernen auf dem Gesellschaftsvertrag und der liberalen Demokratie basierte. Fßr die Modernen (klassische und zeitgenÜssische Liberale) ist Freiheit dabei wesentlich negativ.
Kommunitarismus
Kommunitaristische Autoren wie Charles Taylor argumentieren, dass die individualistischen Voraussetzungen des Liberalismus keine reale Entsprechung haben: Die grundlegende soziale Einheit ist nach ihren Reflexionen im Wesentlichen die Gruppe, und das Individuum kann nicht allein auf der Grundlage des Individualismus erfasst werden. Abhängig von der betrachteten Gruppe gelten unterschiedliche Spielarten des Holismus, der kollektive Realitäten wie Gesellschaften, Vereine und die Familie berßcksichtigt.cite-ref-81[81] Den kommunitaristischen Kritikern zufolge kann das Individuum keine aktive Kraft sein oder sich prima facie als frei innerhalb einer Massengesellschaft betrachten.
Allerdings sollte Individualismus nicht mit Egoismus verwechselt werden: Individualismus ist ein von Liberalen und Libertären verteidigtes Dogma, das auf individuellen Freiheiten und Rechten basiert. Damit steht es beispielsweise im Widerspruch zum Randschen âEgoismusâ.cite-ref-82[82]
FĂźr Jean-Claude MichĂŠa sind Kulturliberalismus und Wirtschaftsliberalismus zwei Seiten derselben Medaille: ein System, das keine Grenzen mehr akzeptiert. Im Gegensatz zu dem, was er die âMetaphysik des Fortschrittsâ nennt und die seiner Meinung nach fĂźr die Atomisierung der heutigen Welt verantwortlich ist, setzt der Philosoph auf den âgewĂśhnlichen Anstandâ der Arbeiter- und Mittelklasse.cite-ref-83[83]
Siehe auch
Literatur
Klassiker des Liberalismus
⢠John Locke: Zwei Abhandlungen Ăźber die Regierung. Hrsg.: Walter Euchner (= Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft. Band 213). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1977, ISBN 3-518-27813-4 (britisches Englisch: Two Treatises of Government. 1689. Ăbersetzt von Hans JĂśrn Hoffmann).
⢠John Locke: Ein Brief Ăźber Toleranz. Englisch-Deutsch. Hrsg.: Julius Ebbinghaus (= Philosophische Bibliothek. Band 289). Meiner, Hamburg 1996, ISBN 3-7873-1143-2 (britisches Englisch: A Letter Concerning Toleration. 1689. Ăbersetzt von Julius Ebbinghaus).
⢠Charles-Louis de Montesquieu: Vom Geist der Gesetze (= Reclams Universal-Bibliothek. Band 8953). Reclam, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-15-008953-8 (franzĂśsisch: De L'esprit des Loix. 1748. Ăbersetzt von Kurt Weigand).
⢠Adam Smith: Untersuchung Ăźber Wesen und Ursachen des Reichtums der VĂślker. Hrsg.: Erich W. Streissler (= Uni-TaschenbĂźcher. Band 2655). Mohr Siebeck, TĂźbingen 2005, ISBN 3-8252-2655-7 (britisches Englisch: An Inquiry to the Nature and Causes of the Wealth of Nations. 1776. Ăbersetzt von Monika Streissler).
⢠Mary Wollstonecraft: Die Verteidigung der Frauenrechte. Hrsg.: Ursula I. Meyer (= Philosophinnen. Band 21). ein-FACH-verlag, Aachen 2008, ISBN 978-3-928089-48-7 (britisches Englisch: A Vindication of the Rights of Woman. With Strictures on Political and Moral Subjects. 1792. Ăbersetzt von Petra Altschuh-Riederer).
⢠Wilhelm von Humboldt: Ideen zu einem Versuch, die Grenzen der Wirksamkeit des Staats zu bestimmen (= Reclams Universal-Bibliothek. Band 1991). Reclam, Stuttgart 1978, ISBN 3-15-001991-5 (deutsch: Ideen zu einem Versuch, die Grenzen der Wirksamkeit des Staats zu bestimmen. 1792.).
⢠John Stuart Mill: Ăber die Freiheit. Hrsg.: Horst D. Brandt (= Philosophische Bibliothek. Band 583). Meiner, Hamburg 2011, ISBN 978-3-7873-2194-0 (britisches Englisch: On Liberty. 1859. Ăbersetzt von Else Wentscher).
⢠John Stuart Mill: Grundsätze der politischen Ăkonomie. Hrsg.: Michael S. AĂländer, Hans G. Nutzinger. Band 1-3, 2016, ISBN 978-3-7316-1103-5.
⢠Ludwig von Mises: Liberalismus, 1927; online Ausgabe, Sankt Augustin, Academia 1993, ISBN 3-88345-428-1 PDF; 950 kB
⢠Milton Friedman: Kapitalismus und Freiheit. Piper, Mßnchen/Zßrich 2003, ISBN 3-492-23962-5.
⢠Karl Popper: Die Offene Gesellschaft und ihre Feinde. Hrsg.: Hubert Kiesewetter (= Gesammelte Werke von Karl R. Popper in deutscher Sprache. 5 und 6). Mohr Siebeck, Tßbingen 2003 (englisch: The Open Society and Its Enemies. 1945.).
⢠Der Zauber Platons (= Die Offene Gesellschaft und ihre Feinde. Band 1). 2003, ISBN 3-16-148068-6 (englisch: The Spell of Plato.).
⢠Falsche Propheten. Hegel, Marx und die Folgen (= Die Offene Gesellschaft und ihre Feinde. Band 2). 2003, ISBN 3-16-148069-4 (englisch: Hegel and Marx.).
⢠Friedrich August von Hayek: The Road to Serfdom 1944, deutsch: Der Weg zur Knechtschaft. Olzog, Mßnchen 2007, ISBN 978-3-7892-8227-0.
⢠Friedrich August von Hayek: Die Verfassung der Freiheit. Hrsg.: Alfred Bosch, Reinhold Veit (= Gesammelte Schriften Friedrich von Hayeks in deutscher Sprache. Band 3). Mohr Siebeck, Tßbingen 2005, ISBN 3-16-148628-5 (deutsch: Die Verfassung der Freiheit. 1960.).
⢠John Rawls: Eine Theorie der Gerechtigkeit (= Suhrkamp-Taschenbuch Wissenschaft. Band 271). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1979, ISBN 3-518-27871-1 (amerikanisches Englisch: A Theory of Justice. 1971. Ăbersetzt von Hermann Vetter).
⢠John Rawls: Politischer Liberalismus (= Suhrkamp-Taschenbuch Wissenschaft. Band 1642). Suhrkamp, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-518-29242-0 (amerikanisches Englisch: Political Liberalism. 1993. Ăbersetzt von Wilfried Hinsch).
⢠Robert Nozick: Anarchie, Staat, Utopia. Olzog, MĂźnchen 2011, ISBN 978-3-7892-8099-3 (amerikanisches Englisch: Anarchy, State, and Utopia. 1974. Ăbersetzt von Hermann Vetter).
Vorläufer
⢠Thomas Hobbes: Vom BĂźrger. In: Hermann Klenner (Hrsg.): Elemente der Philosophie III (= Philosophische Bibliothek). Band 158. Meiner, Hamburg 1984, ISBN 3-7873-1166-1, S. 59â328 (Latein: De Cive. 1642. Ăbersetzt von Jutta SchlĂśsser).
⢠Thomas Hobbes: Leviathan. Hrsg.: Hermann Klenner (= Philosophische Bibliothek. Band 491). Meiner, Hamburg 2004, ISBN 3-7873-1699-X (britisches Englisch: Leviathan or The Matter, Forme and Power of a Common Wealth Ecclesiasticall and Civil. 1651. Ăbersetzt von Jutta SchlĂśsser).
Weitere Werke
⢠Frank BÜsch, Thomas Hertfelder, Gabriele Metzler (Hrsg.): Grenzen des Neoliberalismus. Der Wandel des Liberalismus im späten 20. Jahrhundert (= Zeithistorische Impulse. Band 13). Steiner, Stuttgart 2018, ISBN 978-3-515-12085-2.
⢠Klaus von Beyme: Liberalismus. Theorien des Liberalismus und Radikalismus im Zeitalter der Ideologien 1789â1945. Springer VS, Wiesbaden 2013, ISBN 978-3-658-03052-0.
⢠Anselm Doering-Manteuffel, JÜrn Leonhard (Hrsg.): Liberalismus im 20. Jahrhundert (= Wissenschaftliche Reihe der Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus. Band 12). Steiner, Stuttgart 2015, ISBN 978-3-515-11072-3.
⢠Edmund Fawcett: Liberalism. The Life of an Idea. Princeton University Press, Princeton/Oxford 2014, ISBN 978-0-691-15689-7.
⢠Michael G. Festl: Handbuch Liberalismus. Metzler, Berlin 2021, ISBN 978-3-476-05797-6.
⢠Lothar Gall (Hrsg.): Liberalismus. Kiepenheuer & Witsch, KÜln 1976; 3. Auflage. Athenäum, KÜnigstein im Taunus 1985, ISBN 978-3-7610-7255-4.
⢠Bernd Heidenreich (Hrsg.): Liberalismus (= Politische Theorien des 19. Jahrhunderts. Band 2). Hessische Landeszentrale fßr Politische Bildung, Wiesbaden 1999, ISBN 978-3-927127-31-9.
⢠Dieter Langewiesche (Hrsg.): Liberalismus im 19. Jahrhundert. Deutschland im europäischen Vergleich (= Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft. Band 79). Vandenhoeck & Ruprecht 1988, ISBN 978-3-525-35741-5 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttps%3A%2F%2Fdigi20.digitale-sammlungen.de%2Fde%2Ffs1%2Fobject%2Fdisplay%2Fbsb00048513_00001.html~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
⢠JÜrn Leonhard: Liberalismus. Zur historischen Semantik eines europäischen Deutungsmusters. Oldenbourg, Mßnchen 2001, ISBN 978-3-486-56533-1.
⢠Ralph Raico: Die Partei der Freiheit. Studien zur Geschichte des deutschen Liberalismus. Lucius & Lucius, Stuttgart 1999, ISBN 978-3-8282-0042-5 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttps%3A%2F%2Fdocs.mises.de%2FRaico%2Fdie_partei_der_freiheit_raico.pdf~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
⢠Helena Rosenblatt: The Lost History of Liberalism. From Ancient Rome to the twenty-first Century. Princeton University Press, Princeton/Oxford 2018, ISBN 978-0-691-17070-1.
⢠Guido de Ruggiero: Geschichte des Liberalismus in Europa. Drei Masken Verlag, Mßnchen 1930; Nachdruck. Scientia, Aalen 1964, DNB 454229607.
⢠Gerhard Schwarz, Gerd Habermann, Claudia Aebersold Szalay (Hrsg.): Die Idee der Freiheit. Eine Bibliothek von 111 Werken der liberalen Geistesgeschichte. Frankfurter Allgemeine Buch, Frankfurt am Main 2006, ISBN 978-3-89981-136-0.
⢠Rolf Steltemeier: Liberalismus. Ideengeschichtliches Erbe und politische Realität einer Denkrichtung. Nomos, Baden-Baden 2015, ISBN 978-3-8487-2236-5.
⢠Rudolf Vierhaus: Liberalismus. In: Geschichtliche Grundbegriffe. Historisches Lexikon zur politisch-sozialen Sprache in Deutschland. Band 3. Klett-Cotta, Stuttgart 1982, ISBN 978-3-12-903870-3, S. 741â785.
⢠Rudolf Walter: Wirtschaftlicher Liberalismus. In: Geschichtliche Grundbegriffe. Historisches Lexikon zur politisch-sozialen Sprache in Deutschland. Band 3. Klett-Cotta, Stuttgart 1982, ISBN 978-3-12-903870-3, S. 787â815.
Weblinks
Commons
: Liberalismus
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Liberalismus
â Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
Wikiquote: Liberalismus
â Zitate
⢠Linkkatalog zum Thema Liberalismus bei curlie.org (ehemals DMOZ)
⢠Gerald Gaus und Shane D. Courtland: Eintrag in Edward N. Zalta (Hrsg.): Stanford Encyclopedia of Philosophy.Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und Parameter 3 und nicht Parameter 2
⢠Artikel Liberalismus bei der Bundeszentrale fßr politische Bildung
Einzelnachweise
cite-note-11. â Christoph Nonn: Bismarck: Ein PreuĂe und sein Jahrhundert. C.H.Beck, MĂźnchen 2015, S. 123 ff. (Kap.: Die englische Alternative)
cite-note-22. â Bundeszentrale fĂźr politische Bildung: Wege zur modernen Demokratie. 4. Mai 2017, abgerufen am 18. Mai 2023.
cite-note-33. â Bundeszentrale fĂźr politische Bildung: Das Grundgesetz - Die Grundrechte - Die WĂźrde des Menschen ist unantastbar. 3. September 2020, abgerufen am 18. Mai 2023.
cite-note-77. â Kant vs. Hobbes - Idealismus oder Realismus in der Politik? | Cicero Online. Abgerufen am 18. Mai 2023.
cite-note-88. â JoĂŁo Espada: The Anglo-American Tradition of Liberty - A view from Europe. Routledge, New York 2018, ISBN 978-1-138-59159-2.
cite-note-0-99. â Julia Driver: The History of Utilitarianism. In: The Stanford Encyclopedia of Philosophy. Winter 2022 Auflage. Metaphysics Research Lab, Stanford University, 2022 (stanford.edu [abgerufen am 13. Mai 2023]).
cite-note-1010. â Axel Montenbruck: MenschenwĂźrde-Idee und Liberalismus â zwei westliche Glaubensrichtungen. 3. Auflage, 2016, ISBN 978-3-946234-56-2, S. 181 ff. (online auf der Website der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin)
cite-note-1111. â IV. Das Naturrecht der Aufklärung. In: IV. Das Naturrecht der Aufklärung. De Gruyter, 2011, ISBN 978-3-11-088691-7, S. 31â36 (degruyter.com [abgerufen am 13. Mai 2023]).
cite-note-1313. â Autor admin: Das Gesetz. In: FrĂŠdĂŠric Bastiat (1801â1850). 3. Januar 2019, abgerufen am 13. Mai 2023.
cite-note-161. Erklärung der Menschen- und Bßrgerrechte vom 26. August 1789. In: conseil-constitutionnel.fr. Abgerufen am 1. Oktober 2024.
cite-note-172. Zum ewigen Frieden in der Google-Buchsuche
cite-note-1818. â David Brink: Millâs Moral and Political Philosophy. In: The Stanford Encyclopedia of Philosophy. Fall 2022 Auflage. Metaphysics Research Lab, Stanford University, 2022 (stanford.edu [abgerufen am 13. Mai 2023]).
cite-note-1919. â Grundrechte fĂźr Menschenaffen: Kant gegen Bentham. 20. Juni 2014, abgerufen am 13. Mai 2023 (Schweizer Hochdeutsch).
cite-note-2020. â Shane D. Courtland, Gerald Gaus, David Schmidtz: Liberalism. In: The Stanford Encyclopedia of Philosophy. Spring 2022 Auflage. Metaphysics Research Lab, Stanford University, 2022 (stanford.edu [abgerufen am 13. Mai 2023]).
cite-note-1-2222. â Leo Strauss: Le libĂŠralisme antique et moderne. puf, Paris 1990, ISBN 2-13-042960-2 (franzĂśsisch).
cite-note-2323. â Wim Decock, Christiane Birr: Recht und Moral in der Scholastik der FrĂźhen Neuzeit 1500-1750. In: Recht und Moral in der Scholastik der FrĂźhen Neuzeit 1500-1750. De Gruyter Oldenbourg, 2016, ISBN 978-3-11-037968-6, doi:10.1515/9783110379686 (degruyter.com [abgerufen am 19. Mai 2023]).
cite-note-2525. â Henning Ottmann: John Locke (1632â1704). In: Geschichte des politischen Denkens: Band 3: Neuzeit. Teilband 1: Von Machiavelli bis zu den groĂen Revolutionen. J.B. Metzler, Stuttgart 2006, ISBN 3-476-00022-2, S. 343â384, doi:10.1007/978-3-476-00022-4_11 (springer.com [abgerufen am 22. Mai 2023]).
cite-note-2626. â Raymonde Monnier: Montesquieu et le langage rĂŠpublicain : lâargumentaire de lâEsprit des lois. In: La RĂŠvolution française. Cahiers de lâInstitut dâhistoire de la RĂŠvolution française. Nr. 5, 31. Dezember 2013, ISSN 2105-2557, doi:10.4000/lrf.1036 (openedition.org [abgerufen am 19. Mai 2023]).
cite-note-2727. â Hans G. Nutzinger: Das System der natĂźrlichen Freiheit bei Adam Smith und seine ethischen Grundlagen. In: Jahrbuch Ăkonomie und Gesellschaft. Jahrbuch 9: Adam Smiths Beitrag zur Gesellschaftswissenschaft. campus Verlag, Frankfurt am Main 1990, S. 79â100.
cite-note-3030. â Manfred Buhr, Wilfried Lehrke: Beziehungen der Philosophie Immanuel Kants zur FranzĂśsischen Revolution. In: Deutsche Zeitschrift fĂźr Philosophie. Band 37, Nr. 7, 1. Juli 1989, ISSN 2192-1482, S. 628â636, doi:10.1524/dzph.1989.37.7.628 (degruyter.com [abgerufen am 19. Mai 2023]).
cite-note-3232. â Rebecca Comay: Die Geburt der Trauer: Hegel und die FranzĂśsische Revolution. Konstanz University Press, GĂśttingen 2018, ISBN 978-3-8353-9109-3.
cite-note-3333. â Klaus Vieweg: Hegel: der Philosoph der Freiheit Biographie. C.H. Beck, MĂźnchen 2019, ISBN 978-3-406-74235-4.
cite-note-3535. â GĂźnter Wollstein: Märzrevolution und Liberalisierung. Bundeszentrale fĂźr politische Bildung, 21. Januar 2010, abgerufen am 22. Mai 2023.
cite-note-3636. â GĂźnter Wollstein: Vorparlament und Paulskirche. Bundeszentrale fĂźr politische Bildung, 21. Januar 2010, abgerufen am 22. Mai 2023.
cite-note-3737. â Ernst Rudolf Huber: Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789: 1789-1830. Zweite verb. Auflage. W. Kohlhammer, Stuttgart/Berlin/KĂśln 1990, ISBN 3-17-002501-5, S. 821.
cite-note-3939. â Liberalism - Individual Freedom, Social Darwinism, and the Welfare State | Britannica. Abgerufen am 22. Mai 2023 (englisch).
cite-note-4141. â Sean Adams, Terry Lee Stones: Color Design Workbook: A Real World Guide to Using Color in Graphic Design. Quayside Publishing Group, Laguna Hills 2017, ISBN 978-1-63159-410-6, S. 86 (englisch).
cite-note-4343. â About ALDE. Abgerufen am 22. Mai 2023 (englisch).
cite-note-4444. â Max Stirner, Ahlrich Meyer: Der Einzige und sein Eigentum (= Reclams Universal-Bibliothek. Nr. 3057). Bibliographisch ergänzte Ausgabe 2011, [Nachdruck] 2022 Auflage. Reclam, Ditzingen 2011, ISBN 978-3-15-003057-8.
cite-note-4545. â Max Weber, Johannes Winckelmann: Wirtschaft und Gesellschaft: Grundriss der verstehenden Soziologie. 5., rev. Aufl., Studienausg., [Nachdr.]. Mohr Siebeck, TĂźbingen 2009, ISBN 978-3-16-147749-2.
cite-note-4747. â Adamovich, Funk: Allgemeines Verwaltungsrecht. Springer, 1987, S. 7.
cite-note-4848. â Thomas Nipperdey: Deutsche Geschichte: 1866â1918, Bd. 2: Machtstaat vor der Demokratie. C. H. Beck, 1993, S. 182 ff.
cite-note-coing-4949. â Helmut Coing: Europäisches Privatrecht 1800â1914. MĂźnchen 1989, ISBN 3-406-30688-8. § 10 I., S. 70.
cite-note-5050. â Rudolf Walther: Exkurs: Wirtschaftlicher Liberalismus (Artikel âLiberalismusâ). In: Brunner, Conze, Koselleck: Geschichtliche Grundbegriffe, Bd. 3, Stuttgart 1982, Seite ?.
cite-note-5151. â Zu der politischen Philosophie des Libertarismus vgl. S. Freeman: Illiberal Libertarians: Why Libertarianism Is Not a Liberal View. In: Philosophy and Public Affairs. Bd. 30, Nr. 2, 2001, S. 105â151.
cite-note-5353. â Michael Goldhammer: Geistiges Eigentum und Eigentumstheorie: Rekonstruktion der BegrĂźndung von Eigentum an immateriellen GĂźtern anhand der US-amerikanischen Eigentumstheorie. Mohr Siebeck, 2012, ISBN 3-16-150993-5.
cite-note-5454. â Vgl. den Artikel Libertarianism. In: Internet Encyclopedia of Philosophy.
cite-note-5555. â N. Wimmer, Th. MĂźller: Wirtschaftsrecht: International â Europäisch â National. Springer, 2007, S. 19.
cite-note-5656. â Bernd Ziegler: Geschichte des Ăśkonomischen Denkens: Paradigmenwechsel in der Volkswirtschaftslehre. Ausgabe 2, Oldenbourg Wissenschaftsverlag 2008, ISBN 3-486-58522-3, S. 128.
cite-note-5757. â Paul Anthony Samuelson, William D. Nordhaus: Volkswirtschaftslehre das internationale Standardwerk der Makro- und MikroĂśkonomie. MI Wirtschaftsbuch 2007, ISBN 3-636-03112-0, S. 72 f.
cite-note-5858. â Karl-Peter Sommermann: Staatsziele und Staatszielbestimmungen. Mohr Siebeck, 1997, S. 167.
cite-note-5959. â Frieder Neumann: Gerechtigkeit und Grundeinkommen: Eine gerechtigkeitstheoretische Analyse ausgewählter Grundeinkommensmodelle. LIT Verlag, MĂźnster 2009, ISBN 3-643-10040-X, S. 43.
cite-note-6060. â Vgl. Wolfgang AyaĂ: Max Hirsch. Sozialliberaler GewerkschaftsfĂźhrer und Pionier der Volkshochschulen, Berlin 2013.
cite-note-konservatismus2002-6161. â Gerhard GĂśhler: Antworten auf die soziale Frage â eine EinfĂźhrung. In: Bernd Heidenreich: Politische Theorien des 19. Jahrhunderts: Konservatismus, Liberalismus, Sozialismus. Akademie Verlag, 2002, S. 417, 424.
cite-note-6262. â John Maynard Keynes: Am I a Liberal? In: Essays in Persuasion. W. W. Norton & Company, 1991, S. 312 ff.
cite-note-6363. â John Maynard Keynes: The End of Laissez-Faire. Hogarth Press, 1926
cite-note-6464. â Andrea Schlenker-Fischer: Demokratische Gemeinschaft trotz ethnischer Differenz: Theorien, Institutionen und soziale Dynamiken, VS Verlag, 2009, S. 99.
cite-note-6565. â John Rawls: Gerechtigkeit als FairneĂ ein Neuentwurf. 1. Auflage. Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-518-29404-0, S. 175 ff.
cite-note-6666. â Walter Reese-Schäfer: Politische Theorie der Gegenwart in fĂźnfzehn Modellen Oldenbourg Lehr- und HandbĂźcher der Politikwissenschaft. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 2005, ISBN 3-486-57930-4, S. 7.
cite-note-6767. â John Rawls: Gerechtigkeit als FairneĂ ein Neuentwurf. 1. Auflage. Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-518-29404-0, S. 215 f.; 230â233.
cite-note-6868. â John Rawls: Gerechtigkeit als FairneĂ ein Neuentwurf. 1. Auflage. Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-518-29404-0, S. 44â52.
cite-note-6969. â John Rawls: Gerechtigkeit als FairneĂ ein Neuentwurf. 1. Auflage. Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-518-29404-0, S. 175â181, 214â218.
cite-note-7070. â John Rawls: Eine Theorie der Gerechtigkeit. 1. Auflage. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1979, ISBN 3-518-27871-1, S. 83.
cite-note-7171. â John Rawls: Politischer Liberalismus. 1. Auflage. Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-518-29242-0, S. 332.
cite-note-7272. â Hans Joas, Wolfgang KnĂśbl: Sozialtheorie: Zwanzig einfĂźhrende Vorlesungen, Suhrkamp Verlag, 2004, S. 670.
cite-note-7373. â John Rawls: Eine Theorie der Gerechtigkeit. Suhrkamp Verlag, Berlin, S. 336.
cite-note-7474. â John Rawls: Gerechtigkeit als FairneĂ. Ein Neuentwurf. Hrsg.: Erin Kelly. 1. Auflage. Suhrkamp Verlag, Berlin 2006, S. 211â275.
cite-note-7575. â Paul Smith: Incentives and Justice: G. A. Cohenâs Egalitarian Critique of Rawls. In: Social Theory and Practice. Band 24, Nr. 2, 1998, S. 205â235.
cite-note-7676. â Nina Oelkers, Hans-Uwe Otto, Holger Ziegler: Handlungsbefähigung und Wohlergehen. In: Otto, Ziegler (Hrsg.): Capabilities - Handlungsbefähigung und Verwirklichungschancen in der Erziehungswissenschaft, VS Verlag, 2009, S. 98 f.
cite-note-7777. â Erich Zalten: Die Problemverschlingung von Liberalismus und Kommunitarismus. Bemerkungen zur politischen Theorie und Ethik. In: Kurt Seelmann: Kommunitarismus versus Liberalismus: Vorträge der Tagung der Schweizer Sektion der Internationalen Vereinigung fĂźr Rechts- und Sozialphilosophie vom 23. und 24. Oktober 1998 in Basel. Archiv fĂźr Rechts- und Sozialphilosophie â Beiheft Nr. 76, Franz Steiner Verlag 2000, S. 85, 86.
cite-note-7878. â Angelika Schaser: Helene Lange und Gertrud Bäumer. Eine politische Lebensgemeinschaft. BĂśhlau, KĂśln 2010, S. 35 u. 133â147 et passim.
cite-note-8181. â Kommunitarismus. In: METZLER LEXIKON PHILOSOPHIE. Abgerufen am 28. Mai 2023.
cite-note-8282. â Philippe Steiner: Altruismus, Egoismus und Individualismus in der Durkheim-Schule. In: Trivium. Revue franco-allemande de sciences humaines et sociales - Deutsch-franzĂśsische Zeitschrift fĂźr Geistes- und Sozialwissenschaften. Nr. 13, 28. Februar 2013, ISSN 1963-1820, doi:10.4000/trivium.4480 (openedition.org [abgerufen am 28. Mai 2023]).